Neues Pulverbeschichtungsverfahren für hohe technische und optische Ansprüche
PULVERLACKTECHNIK - Autofahrer kennen die Situation. Ein falscher Griff in Richtung Schiebedachleiste oder Türbeschlag, und schon sind Finger und Kleidung schmutzig. In Zukunft gibt es Schiebedachleisten, Sitzschienen und Beschläge, die ohne ölige Schmiermittel auskommen. Eine neue Pulverlacktechnik schützt Metalle gegen Korrosion und macht Schmiermittel überflüssig.
Eine Neuentwicklung auf dem Gebiet der Pulverlackbeschichtung verleiht Metallen oder Kunststoffen kratz- und schlagfeste Oberflächen und schützt sie beständig gegen Korrosion und Verschleiß. Der Clou des Verfahrens "Modular Powder Coating (MPC)" sind eigene Schmierfunktionen, die ölige Schmiermittel an Führungsleisten oder Beschlägen überflüssig machen. Das 1999 von Enthone (Deutschland) GmbH entwickelte Verfahren schafft neue Möglichkeiten flür den Einsatz der Pulverlacktechnik. Häufig lassen sich die neuen "MPC"-Nutzschich-ten anstelle von kostenaufwändigen galvanischen Behandlungen einsetzen. Anbieter dieser innovativen Technologie in Deutschland ist die Rudolf Hillebrand GrnbH&Co. aus Wickede (Ruhr). Das Unternehmen besitzt nationales Schutzrecht für Automobil und Industrieanwendungen.
Seit den Anfängen in den 60er-Jahren haben sich Pulverlacke zu einer neuen Verfahrenstechnik weiterentwickelt. Pulverlacke sind Mischungen unterschiedlicher Harze mit Pigmenten, Füllstoffen und speziellen Zusätzen, die für Glanz, Lichtstabilität und Kratzfestigkeit sorgen. Mit einer Pistole, an die eine Hochspannung angelegt ist, sprüht man das Pulver auf die zu beschichtende, oft schon heiße Oberfläche. Vorteile des Verfahrens sind der geringe Materialverbrauch und reduzierte Umweltbelastungen durch den Wegfall von Lösemitteln.
Bislang konkurrierten die umweltfreundlichen und kostengünstigen Pulverlacke vor allem mit Nasslacken. Mit "MPC" bieten Pulverlacke häufig eine Alternative zu teuren galvanischen Behandlungen oder Schichten Hartchrom oder Harteloxal. Bei Modular Powder Coating werden Additive speziellen Polymeren beigemischt und in eine Matrix aus Pulverlack eingebracht. Mit diesem Verfahren lassen sich unterschiedliche Schichtsysteme erzeugen, in denen der Überzug aus Polymeren und das Grundmaterial einen Verbundwerkstoff bilden. Während der Grundwerkstoff für die passende Form, Festigkeit und Steifigkeit sorgt, verleiht die Beschichtung der Oberfläche die erforderlichen Merkmale wie Korrosionsbeständigkeit oder gute Gleiteigenschaften.
Das Verfahren ermöglicht den Wegfall einzelner Schritte in der Montagelinie wie das Auftragen von Fetten und bringt damit weitere Kostenreduzierungen.
Entdeckt hat die Rudolf Hillebrand GmbH & Co. KG das neue Verfahren durch Anforderungen von Automobilkunden, die nach neuen Beschichtungslösungen suchten. Die gestellten Fragen brachten klassische Pulverbeschichtungen an ihre Grenzen. So sollte der Metallbeschlag eines Schließsystems dauerhaft gegen tägliche Beanspruchungen geschützt werden. Durch den Einsatz spezieller Einbettungswerkstoffe bei Modular Powder Coating fand Hillebrand die passende Lösung. Leichtgewichtige Magnesium- und Aluminium-Druckgussteile, wie sie zunehmend in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen, erhalten mit Pulverlacken ein funktionelles Design: Spiegelfliße, Sitzschalen oder Hebel werden so kratzfest, gleitend und korrosionsfest ausgerüstet.
Anwendungsbeispiele aus dem Maschinenbau sind Hydraulikkolben, die anstatt Öl klares Wasser als Hydraulikflüssigkeif verarbeiten, Zylinder in der Druck- und Pa-pierindustrie, Laufschienen in Fahrstuhlschächten oder Ventilgehäuse. Eine revolutionäre Weiterentwicklung von "Modular Powder Coating" brachte die Anfrage des Skiherstellers Atomic, der eine Sonderbeschichtung für einen neuen Kunststoffhebel in einer Skibindung benötigte. In einem Pilotprojekt gelang Hillebrand erstmalig, ein Pulverlackverfahren auf nichtleitenden Kunststoffen anzuwenden. Begehrt sind Pulverlacke vor allein in der Bau- und Sportartikelindustrie, wo verstärkt leichte Kunststoffieile verarbeitet werden, die eine ebenso funktionale wie optisch ansprechende Oberfläche benötigen. Entsprechend positiv ist die Resonanz auf das neue Beschichtungsverfahren.
Kontakt: Rudolf HillebrandGmbH& Co. KG
Wickede (Ruhr)
Werner Hillebrand
Tel.:02377/801-0
post(at)hillebrand-coating.com
www hillebrand-coating.com
NeMa e. V (Interessengemeinschaft Neue Materialien in NRW e. V)
Bergisch Gladbach
Tel: 022 04/843433,
info(at)neuematerialien.de
www neuematerialien.com
Lackiernetz - April 2002
